
Dänemark – Das neue Weinmekka!
Eigentlich gibt es das ehrene Gesetz der Weinwelt, welches besagt, dass der 52. Breitengrad als sogenannte Nordgrenze gilt und dahinter kaum Weinanbau möglich ist. Die letzten Weinberge finden sich in Nordbrandenburg. Doch in den letzen Jahren ist es nördlich des 52. Breitengrades etwas wärmer geworden und davon profitiert Dänemark.
Dänemark, das neue Weinmekka? Selbst unter Kennern ist es bis heute kaum bekannt. Denn hier baut man keinen Riesling oder Burgunder, sondern Trauben mit dem Namen Rondo, Bolero, Leon Millot, Castel und Regent an. Allesamt Rotweinsorten. Im Jahre 2006 hatte die Dänen dann ihr erstes Rekordjahr mit 42.000 Litern produziertem Wein.
Erst seit dem Jahr 2000 ist Dänemark von der EU als Weinland anerkannt wurden. Vorher testete man fast sieben Jahre lang über 200 Rebsorten an nordischem Klima. Seit 2007 dürfen die insgesamt 23 Winzer auf ihren Etiketten, anstatt der Auszeichnung „Tischwein“ , Region, Jahrgang und Traubensorte vermerken. Die Anbaugebiete verteilen sich auf die Regionen Fünen, Jütland, Seeland und Bornholm. Bornholm besteht aus einem einzigen Winzer, für den wiederum nur ein einziger Verwaltungsbeamter zuständig ist, das ist einzigartig in Europa.
Auch einzigartig ist die „Kleinste Weinsstrasse Europas“. Sie verbindet die einzelnen Anbaugebiete. Den wohl besten Halt macht man hier in der Region Nordseeland, die als Boom Region des dänischen Weins gilt. Hier ist das maritime Klima relativ mild und eignet sich hervorragend für die Erzeugung von Weißwein. Man baut die Sorten Ortega, Kerner und Siegerrebe an. Daraus entstehen trockene Weine, die leicht im Alkohol sind und eine strahlende nördliche Frische haben. Ein weiterer lohnenswerter Halt ist die Winzerkooperation Frederiksborg Vin, mit 320 Mitgliedern. Auch Prinz Henrik von Dänemark hat hier ein paar Reben stehen und die Königin lässt es sich nicht nehmen, die Flaschenetiketten selbst zu gestalten. Auch für Rosé Liebhaber gibt es einen Stop am Weingut Degnemosegaard, das im Jahre 2007 den besten Rosé Wein hervorgebracht hat.
Wein aus der Türkei – Von der Sonne umarmt!
Auch die Türkei, früher noch ein Geheimtipp, kommt langsam in Mode. Doch hier geht der Weinanbau bis ins 5. Jahrtausend v.Chr. zurück. Das belegen archäologische Funde mit Darstellungen der Weinherstellung. Vor allem der Tourismus verhalf dem türkischen Wein in den 80er und 90er Jahren sich zu etablieren. Ab dieser Zeit begannen auch die Winzer mehr Wehrt auf Qualität zu legen. Das hat sich gelohnt, denn türkische Weine schaffen es immer häufiger durch internationale Anerkennung und Auszeichnung aufzufallen.
Die wichtigsten Weinbaugebiete liegen in der Ägäisregion an der Ägäisküste. In diesen Gebieten, die mehr Feuchtigkeit aufweisen als das trockene Landesinnere, werden knapp zwei Drittel der Weine produziert. Hier findet man die landesweit größten Weingüter: Kavaklıdere, Doluca, Pamukkale, Sevilen und Melen. Zusammen produzieren sie etwa 33 Millionen Flaschen pro Jahr. Durch den Erfolg dieser Güter entstehen zur Zeit kleine Weingüter nach dem Vorbild der französischen Betriebe (Châteaux). Die meisten der ca. 100 türkischen Weinbaubetriebe sind sehr klein und exportieren nicht.
34 Rebsorten sind für den Weinbau im Einsatz, davon 22 lokale sowie 12 internationale.
Zu den wichtigsten roten Rebsorten zählen Papazkarası, Adakarası, Karaseker, Gamay, Pinot Noir und Cinsault. Zu den weißen Semillon, Yapıncak, Beylerce, Clairette, Misket und Riesling.
Türkischer Wein ist von der „Sonne umarmt“, so sagen es zumindest die Winzer. Und so haben es folgende Weine schon zu hoher Anerkennung gebracht:
Brasilien – Mehr als nur Karneval!
Wenn Ihnen zu Brasilien nur Karneval und Fussball einfällt, müssen Sie wohl umdenken! Denn das gemäßigte Klima mit seinen sonnigen Sommern und ergiebigen Niederschlägen ist geradezu ideal für den Weinanbau. Die Anbaugebiete Brasiliens erstrecken sich über 60.000 Hektar auf 5 Anbaugebiete, die sich eine kleine Anzahl sehr guter Winzer teilt.
Die Anfänge des Weinanbaus in Brasilien liegen schon fast 100 Jahre zurück. Es waren die Italiener und ihre Begeisterung für Wein, die sie mit in die neue Heimat brachten. Das Hauptanbaugebiet ist das Vale dos Vinedos, das „Weintal“, im Süden des Landes. In den Lagen nahe des Äquators sind pro Jahr sogar zwei Ernten möglich.
Hier ist der Sortenreichtum überaus groß, es werden unter anderem Gamay, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Semillon, Riesling, Gewürztraminer, Trebiano, Prosecco, Cabernet Sauvignon, Merlot, diverse Muskateller-Sortenangebaut. Die Winzer sind ehrgeizig, man möchte endlich mit der internationalen Konkurrenz mithalten. Im Moment macht der Topwinzer Casa Valduga mit seinem Wein von sich Reden. Ein Wein aus Cabernet Sauvignon und Merlot, der mit einem eleganten Bouquet und Intensität überrascht.
Schleswig Holstein - Die neue Konkurrenz?
Schleswig-Holstein verbindet man wohl eher mit frischem Fisch, Katenschinken, Deichlamm und Käse, als mit hochkarätigen Weinen. Doch das könnte sich bald ändern. Obwohl es noch keine Entscheidung über die Rebsorten gibt, hat sich das Land eine Fläche von zehn Hektar und die Rechte für den Anbau von Wein gesichert. Hintergrund der Aktion ist eine neue Verordnung über die Weinmarktorganisation, die besagt, dass zum 1. August 2008 die Möglichkeit der Übertragung von Anbaurechten entfällt. Daher habe das Land die letzte Gelegenheit genutzt, um von Rheinland-Pfalz Pflanzungsrechte für "Schleswig-Holsteinischen Landwein" zu bekommen.