
Die Herkunft und die Klasse des Weins erzählen etwas über seine Geschichte und verraten so, wie er zu seinem einzigartigen Geschmack gekommen ist.
Herkunft
Wein entsteht aus dem Saft der Weintrauben – dem Most. Hefen wandeln während der alkoholischen Gärung den Zucker im Most in Alkohol und Kohlensäure um. Je nach Rebsorte, Bodenbeschaffenheit, Klima, Zeitpunkt der Lese und der Art der weiteren Behandlung und Reifung entstehen höchst unterschiedliche Weine.
Wein wird nahezu überall auf der Welt angebaut. In Europa sind Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Portugal und Österreich die wichtigsten Weinländer, aber auch aus Griechenland, der Türkei und Ungarn kommen hervorragende Weine. Weitere große Weinbaunationen sind die USA (Kalifornien), Chile und Argentinien, Südafrika und Australien.
Klassifizierung
Grob eingeteilt wird Wein in Rotwein, Rosé, Weißwein und Schaumwein, geschmacklich in trocken, halbtrocken und lieblich. Allerdings gibt es gerade bei Rot- und Weißweinen eine Vielzahl von Farben und im Wechselspiel von Alkohol, Säuren und Restzucker auch eine schier unendliche Geschmacksfülle. Auch ändert sich ein Wein mit der Alterung in Farbe und Geschmack.
Wein wird in Deutschland in unterschiedliche Güteklassen eingeordnet. Die einfachsten Weine werden als Deutscher Tafelwein qualifiziert, es folgen Deutscher Landwein, Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (b.A.) und als oberste Güteklasse Qualitätswein mit Prädikat. Hier wird nach dem Alkoholgehalt in sechs Stufen unterschieden: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein.
Weintrinken liegt seit einigen Jahren im Trend. Auch das Wissen der Konsumenten ist gestiegen. Dadurch erhöhen sich die Ansprüche an die Beratung beim Verkauf von Weinen. Eine kompetente, aussagefähige Weinbeschreibung sollte über die folgenden Eigenschaften informieren: Farbe, Geruch, Aroma, Geschmack, Körper und Alter oder Reife eines Weines.
Weißwein
Ein in der Regel aus weißen, also hellen Rebsorten gekelterter Wein, der vor allem in kühleren Weinbaugebieten nördlich der Alpen in weitaus größeren Mengen als Rotwein produziert wird. Die Herstellung ist einfacher als die Produktion von Rotwein, verläuft allerdings in ähnlichen Schritten. Im Gegensatz zu Rotwein werden die Trauben sofort nach dem Abbeeren und Mahlen gepresst. Die Gärung des Mostes erfolgt fast ausnahmslos ohne Stiele und Traubenschalen.
Rotwein
Ein Wein aus einer roten Rebsorte. Rotwein hat einen größeren Anteil an Tannin und weniger Anteil an Säuren als Weißwein. Bei der klassischen Rotweinbereitung werden die Stiele der Trauben entfernt und die Trauben gequetscht. Nun setzt die beim Weißwein nicht übliche Gärung auf der Maische ein. Das heißt, der Most wird zusammen mit den Schalen und dem Fruchtfleisch vergoren, wodurch Farbstoffe und Tannine aus den Beerenhäuten und Kernen in den Most gelangen und ihm Farbe und Geschmack verleihen.
Nach der alkoholischen Gärung wird zumeist die malolaktische Gärung forciert. Danach wird der Wein aus dem Gärbehälter abgestochen, und es erfolgt das Schönen und gegebenenfalls eine Filtration. Der anschließende Ausbau des Rotweins kann im Tank oder im Fass erfolgen. Die letzte Phase des Ausbauens findet bei kräftigen und langlebigen Weinen in der Flasche statt. Diese Flaschenreifung kann sich bei großen Weinen über viele Jahre bis mehrere Jahrzehnte erstrecken.
Rosé
Ein in der Farbe sehr heller Rotwein, der aber von der Art der Herstellung dem Weißwein viel näher steht. Die roten Beeren werden dabei nur leicht angequetscht, so dass die so genannte Maische entsteht. Mit der Zeit lösen sich die Farbpigmente aus der Beerenhaut und gehen in den Saft über. Wenn der Traubensaft die gewünschte Farbintensität erreicht hat ¬ das kann je nach Rebsorte zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen dauern ¬ wird die Maische gepresst und der roséfarbene Most vergoren. Rosé-Weine mit kurzer Standzeit von wenigen Stunden auf der Maische vor dem anschließenden Pressen nennt man Weißherbst.
Schaumweine
Ein Kapitel für sich stellen die Schaumweine dar, wie Sekt, Champagner oder Prosecco. Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte Schaumweinproduzent, und auch im Verbrauch liegen die Deutschen mit etwa 5 Litern pro Kopf und Jahr weit vorne.
Sekt unterscheidet sich von anderen Weinen dadurch, dass bei einer künstlich herbeigeführten zweiten Gärung, entweder im Tank oder in der Flasche neue Kohlensäure gebildet wird, die im Wein erhalten bleibt. Sie sorgt für den Gasdruck in der Flasche und für das Moussieren des Schaumweins im Glas.
In Deutschland werden Deutscher Sekt, Jahrgangssekt, Rebsortensekt und Winzersekt produziert. Aus Frankreich kommen Champagner und Cremant, aus Spanien Cava in den Handel. Großer Beliebtheit erfreut sich auch der italienische Prosecco.
Schaumweine sollten bei 6 bis 8 Grad aus langstieligen, schlanken Gläsern getrunken werden.
Die aus den unterschiedlichen Trauben gewonnenen Weine haben typische Eigenschaften, die besonders in der Farbe, dem Duft und Geschmack, der Ausprägung an Säure und dem Gehalt zur Geltung kommen.